Gallardo für alle

Von Steffen Korbach am 4 - Juni - 2006  NEWS ALERT ABO

Die ewig erzählte Geschichte von „Automobili Lamborghini“ und dem 1993 verstorbenen Ferruccio Lamborghini – dem Mann, der den Willen und die Inspiration hatte, seine Träume – und die ganzer Horden sportwagenbegeisterter Männer – wahr werden zu lassen. Wir erzählen allerdings nicht wieder die Story, wie aus dem Bauernsohn aus einem Stück Niemandsland in der Nähe von Bologna einer der bekanntesten Automobilbauer der Welt wurde.

Viel interessanter ist, dass die Audi-Tochter aus Sant΄Agata vor kurzem ein eigenes Stück Automobil-Geschichte geschrieben hat: Innerhalb von 24 Monaten wurde der 3.000. Lamborghini Gallardo gebaut. Damit ist das kleine, auffällige Biest, das vorzugsweise in Gelb und neuerdings auch in Großstadt-Silber die linke Spur freidröhnt, das erfolgreichste Modell der Firmengeschichte. Bisheriger „Mitarbeiter des Jahres“ war der Diablo, der es auf 2.903 Stück brachte – allerdings in über zehn (!) Jahren Produktionszeit …

„Für uns alle ist es ein Grund stolz zu sein, dass dieses Ziel in weniger als 24 Monaten erreicht wurde“, sagte Stephan Winkelmann, Präsident von Automobili Lamborghini. Nicht nur dieser Rekord markiert, dass die Marke Lamborghini Hochkonjunktur bei der sportiv orientierten Klientel hat – auch die Tuner nehmen sich die nicht mehr ganz so flachen Keile vor und sorgen für noch mehr Befeuerung. Wem die 500 PS, die 4,2 Sekunden auf 100 und der ordentliche Werkssound des Gallardo nicht reichen, für den ist ein Besuch bei „IMSA“ eine ernst zu nehmende Alternative.

IMSA“, ehemals Kleemann Tuning aus Korschenbroich, verpasst dem Erfolgsmodell ein komplettes Tuning. Neben dem optimierten Fahrwerk, das die schöne Stier-Hauptrasse in den Bergen noch kurvengieriger werden lässt, sorgt ein Diffusor am Heck für eine optimierte Aerodynamik und bessere Beschleunigungswerte. Das Saugmotor-Tuning holt 85 PS mehr aus dem Triebwerk und lässt den Prestigeprint etwas zügiger ausfallen. Das umfangreiche Motortuning und die Qualitätssicherung werden auf identischen Maschinen durchgeführt, wie Sie bei BMW F1 zum Einsatz kommen – sogar eine Generation jünger.

Das Bodykit gefällt – der Lambo wirkt zum Reinbeißen und sieht für den Betrachter so aus, als ob er jeden Moment zum Sprung ansetzt. Die mächtigen 22″ Räder mit echtem Zentralverschluss fallen sofort positiv ins Auge, und die Akustik der optimierten Abgasanlage reizt die Sinne.
 
In Sant΄Agata bleibt man gelassen und weiß um den Preis des Erfolges. Exklusives, das nicht mehr exklusiv genug ist, muss eben exklusiver gemacht werden. Die Mannschaft um Stephan Winkelmann konterte die Tunerangriffe mit dem Lamborghini SE: 520 PS, mehr Druck (4 Sekunden im Sprint) und schneller (315 km/h). Um besagte Exklusivität zu steigern, ist der SE auf 250 Stück limitiert. Prego!

Bei den Produktionszahlen wird der Trend anhalten: Der Gallardo Spyder sorgt für einen viel versprechenden Angriff auf Ferraris Cabrio-Palette. Somit werden Ferruccio Lamborghinis Träume weiter wahr.

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